Dienstag, 9. Juni 2015

Things as they really are

Dieser Post wird etwas geteilt sein. Und sehr sehr ehrlich. Und viel Mädchenzeugs.. also lest oder lasst es, aber bitte lasst mich einfach meine Gedanken runterschreiben..

Jetzt wo ich auch noch Nico verloren habe, sind diese Gedanken nun endgültig wieder präsent. 
Die Gedanken,...
..die mich die Landstraße direkt vor einem herannahenden Auto überqueren lassen, so dass ich direkt vor diesem Auto langsamer werde und dann gerade noch so einen Schritt machen kann, bevor es mich erwischt.

..die mich weinend auf der Autobahnbrücke sitzen lassen.

..die mich an die Nacht zurückerinnern, in der ich wirklich dachte ich müsste sterben und ich komplett alleine war, so wie jetzt auch.

..die mich wünschen lassen, dass ich wieder so viel kotze, dass ich total wegtrete und alles nur noch teilweise wahrnehme.

..die mir eine Deadline gesetzt haben. Noch der Abiball.

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Auch wenn das Gewicht nicht jeden Tag sehr viel geringer ist, nehme ich überall ab. Das ist ja das, was ich will, aber irgendwie hat es nicht nur schöne Seiten.
Mein nicht mehr passender BH drückt so übel auf meine Knochen, dass es richtig weh tut. Meinen mal passenden in C kann ich nicht mal halb ausfüllen. B nur noch teilweise und eigentlich kann ich wieder meine ersten von früher tragen. Die passen. Als ich alle Größen gerade durchprobiert habe, hat mich das ehrlich gesagt etwas erschrocken. Was passiert mit mir... Dass alle meine eigentlich passenden Hosen schlackern, hab ich schon mitbekommen. Dass mir die ausrangierten Klamotten doch wieder passen und ich sie zurücknehme auch. Und dass ich größere Shirts komplett nicht mehr tragen kann auch, aber... wieso?
Ich bin jetzt bei 48,.. und das ist noch nicht so krass. Und wenn ich mich versucht objektiv im Spiegel angucke, dann reicht mir das eigentlich, aber trotzdem will ich weiter runter. Ich frag mich wofür?
Aber dann erinner ich mich an all den Schmerz, den ich im Moment aushalten muss und ich weiß wieder wofür ich es tue. Ich will es niemandem beweisen, und will keine Aufmerksamkeit. Ich will nicht mal, dass es irgendwer mitbekommt. Ich will einfach nur still und leise hintenrum verschwinden. Weil es sowieso niemanden interessiert. Ist ja keiner mehr da.
Ich bin jetzt in einem 24h Fasten. 24 Stunden komplett Fasten, dann eine Mahlzeit essen, dann wieder 24 Stunden nichts und so weiter.
Das wird mich schnell weiter runter bringen. 46 oder so will ich. Aber erstmal die 47 im Blick. 47 wäre ein BMI von 17.26. Klingt irgendwie nach zu viel. Und dann denke ich mir, der Sprung zur 16,.. ist ja dann auch nicht weit. Und 46 wäre dann 16,9. Da wäre die Gefahr wieder auf 17,.. zu kommen zu groß, also werde ich noch weiter runter müssen.
Aber das liegt noch in der Ferne.
Mein Kopf ist aus. Ich habe alles verloren und kann nichts mehr retten. Jetzt lasse ich allem nur noch seinen Lauf. Kämpfen würde ich nur vergeblich, also warum dann meine letzte Energie verschwenden.
Es ist so ein komisches, unwirkliches Gefühl, das ich jetzt habe. Ich kann gar nicht wirklich realisieren, dass es so ist. Dass ich wirklich nur noch M. habe. Und dass ich die wichtigsten Menschen einfach verloren habe. Für immer. Das ist das Schlimmste, was passieren konnte. Aua, ich darf nicht darüber nachdenken, sonst realisiere ich es wieder für einen Moment, und dann kann ich die Nacht vergessen.
Ich hab mich die letzten Tage zu oft in den Schlaf geweint.
Und schlimm ist dann, etwas so Schönes im Vergleich zur Realität zu träumen, dann aufzuwachen, aufs Handy zu gucken, die Nachrichten zu lesen und zu merken, dass die Realität nicht mal annähernd Schönes zu bieten hat. Und dann bemerkst du, dass du jetzt den ganzen Tag über durchhalten musst.
Es macht mich müde durchzuhalten. Müde von dem allen hier. Ich kann mich über nichts mehr freuen. Sonst hatte ich mindestens immer einen Moment am Tag, der mich glücklich gemacht hatte. Moritz oder Nico. 
Und jetzt. Nichts. Leere. 
Die Stunde Training heute tat gut, ich konnte einen Moment wirklich abschalten. Aber die war dann auch zu Ende und dann kam direkt alles wieder. 

Und jetzt liege ich hier, meine Knie drücken wieder unangenehm aufeinander und ich weiß, dass ich gleich für ein paar Stunden hoffentlich keine Schmerzen haben muss.



Numbing the pain for a while 
will make it worse when you finally feel it.

3 Kommentare:

  1. Ich liebe deinen Schreibstil einfach.
    Für mich hört sich das jetzt so an, als würdest du nciht mehr sünn sein wollen, dabei sind diese Anzeichen doch das, was wir immer wollten. ♥ Wie fühlst du dich denn damit?
    xoxo Sarah

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  2. Meine Liebe... bitte, bitte achte auf dich. Es wird alles wieder gut, das verspreche ich dir.
    Die Sonne scheint.
    Tyke.

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  3. Hey Liebes!

    Dein Post macht mich traurig..aber ich fühle mich auch sehr verstanden. Für mich hat die Realität gerade auch absolut nichts Schönes zu bieten. Ich verliere mich in der Leere, bin froh, wenn ich es schaffe, mich auf ein Buch zu konzentrieren, damit ich irgendwie woanders sein kann in meinem Kopf. Hauptsache nicht hier.
    Nur dass ich nicht abnehme. Nie. Von wegen funktionierender Stoffwechsel.

    Was solls. Keine Kraft mehr, mich darüber aufzuregen.

    Ich hoffe, du findest irgendwie die Ruhe und die Entspannung, die du jetzt so nötig hättest. Pass auf dich auf!

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