Sonntag, 4. Januar 2015

Ich frage mich..

..ob du dich genauso durch jeden verdammten Tag kämpfst wie ich. Ich wache Morgens auf, hab keine Lust auf den Tag. Stehe stundenlang rum und gucke auf die Uhr. Erst 15 Uhr 49.. Mist der Tag ist so lang. Ich will nicht mehr. Ich habe auch keinen Bock auf die nächsten Tage. Mir reichts. Ich kann das nicht mehr.

..ob du genauso viele Tränen unterdrücken musst wie ich. Den ganzen Tag musste ich meine Tränen zurückschicken. Sie kamen in meine Augen und ich kniff mir so sehr in die Beine, dass der Schmerz mich aufmerksam machte meine Tränen zu unterdrücken. Bis kurz vor 8 abends hat das funktioniert, und dann ging es nicht mehr und ich weinte wie ein Baby.

..ob du dir deine Laune selbst vormachen musst. Tränen unterdrücken und mir selbst die ganze Zeit sagen, dass das alles nicht so wichtig ist. Stark bleiben. Und wenn die Tränen kommen, mir selbst ein klatschen, damit ich mich zusammenreiße.

..ob du genauso oft in meinen Chat gehst, wie ich in deinen, um zu sehen wann man zuletzt online war. Am Anfang des Tages hatte ich mir nur gewünscht, dass 1000 Personen schreiben, damit sein Chat endlich nicht mehr in der Liste zu sehen ist. Dazu kam es aber natürlich nicht, und so habe ich gefühlte 10000 Mal auf seinen Namen geklickt, und das kleine Fenster öffnete sich, bereit mit der Tastatur, die darauf wartete, dass ich die Buchstaben anklicke.

..ob du jedes Mal, wenn du on warst einem Mädchen geschrieben hast. Ich hab gesehen, wie oft er on war und wie lange. Ja ein bisschen Stalker-like. Ich frage mich wirklich wem er schreibt. Sonst hat er immer nur mir oder seinem Freund geschrieben. Mir schreibt er nicht, und sein Freund sitzt neben ihm.

..ob du viel an mich denkst. Bestimmt tut er das nicht. Warum auch. Die Tatsache, dass er gestern nicht angerufen hat und auch sonst nicht mal ein klitzekleines Sorry schreibt, zeigt, dass ich ihm egal geworden bin und er seine Aktion nicht bereut. Ganz im Gegenteil. Er hypet seinen Urlaub aufs Höchste und im Moment scheint es das Wichtigste zu sein.

..ob es dir genauso sehr weh tut wie mir. Ich spüre wie ich kaputt gehe. Ich war seit Jahren nicht so einsam wie ich es jetzt bin. Ich habe meine Lust am Leben wieder verloren. Ich will mich nicht mehr durch die Tage kämpfen müssen. Ich habe mich so unglaublich auf die letzten Schulferien meines Lebens gefreut. Ich hatte Pläne, weil ich an keinem Tag etwas vorhatte. Ich wollte mit ihm einige Sachen erleben. Ich wollte die Zeit mit ihm nutzen, die wir sonst nie haben. Und er ist einfach gefahren und hat mich alleine gelassen. Ich habe keine Lust mehr jeden Tag rumzusitzen und zu warten, dass die Zeit schnell vergeht. Die Langeweile hängt mir zum Hals raus, während er sich die ganze Zeit mit anderen amüsiert. 

..ob du mich vermisst. Ich vermisse die Person nicht, die mir das jetzt angetan hat. Ich vermisse nur meinen Freund, den Moritz, der mich niemals alleine gelassen hätte, für den einen Tag nicht sehen schon ein Weltuntergang war und der niemals freiwillig 2 Wochen von mir weggefahren wäre. Ich vermisse die Person, die mich liebt.

..ob du dir dabei eigentlich etwas gedacht hast und was deine Intention dahinter steckte. Welcher Freund, fährt einfach 600km weg ohne sich zu verabschieden und Bescheid zu sagen, dass er das macht. Das ist glaube ich der Punkt, der mir am meisten weh tut. Ja, das ist eigentlich alles, wofür ich dich jetzt hasse. Es wäre alles okay gewesen, wenn er gekommen wäre, mir das erzählt hätte und sich ordentlich verabschiedet hätte. 

..ob du mal darüber nachgedacht hast, wie anders es mit uns ausgegangen wäre, wenn du mich einfach mitgenommen hättest. Man wir hätten einen perfekten Urlaub zusammen haben können und er ist so egoistisch und lässt mich einfach sitzen. Er weiß ganz genau, dass ich außer ihm niemanden habe, dass ich alleine bin, wenn er nicht bei mir ist. Warum hat er mir das dann angetan. Warum? Wie kann man so schlimm sein? Vieles, was er getan hat, hat mich schon verletzt, aber das ist mit Abstand das allerschlimmste, was er mir je angetan hat, was mir in meinem ganzen Leben jemand angetan hat.

..ob du eigentlich merkst und verstehst, wie sehr du mich damit verletzt hast.



Ich kann nicht mehr.




4 Kommentare:

  1. abhängigkeit kann einsam machen, dann wenn sie der leere weicht. liebe ist eine form der abhängigkeit, die tiefste wohl aber auch verzweiflungstreibende. für mich klingt es als würdest du freiheit brauchen, aber je länger dass man abhängig war, desto schwieriger ist sie zu finden und desto länger musst du diesen schmerz der einsamkeit (hoffnugslosigkeit, gedanken die sich im kreis drehen, dieselbben, immer und immer wieder) ertragen, bist du wieder unabhängig bist und neues suchen kannst, ka, was das ist, du wirst es schon finden, dann geht auch der schmerz weg ;)

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  2. Anders als mein lieber vorkommentierer (;-D) finde ich nicht dass du diesen Schmerz der Einsamkeit ertragen solltest. Ich bin mir nicht mehr ganz so sicher wie alt du warst, aber ich glaube es War ungefähr so in der nähe von meinem alter und ich muss dir ganz ehrlich sagen: mach die Freude deines Lebens doch bitte nicht abhängig von einer einzigen Person.

    Natürlich verstehe ich dich total, denn jeder von uns hatte sicherlich schon schlimme Trennungen hinter sich. Aber wir sind doch alle keine 12 mehr und jetzt mal ernsthaft: irgendwann sieht jeder Mann, der solch einen Fehler macht ein, dass es falsch War und meldet sich wieder.

    Allerdings glaube ich das du nur darauf wartest obwohl du jetzt noch sagst das er dich so sehr verletzt hat. Andererseits schreibst du auch dass es nicht das erste mal War. Vllt habt ihr euch voneinander entfernt, sowas passiert leider. Aber ich finde, grade solange er noch im Urlaub ist und sich vermutlich amüsiert, solltest du etwas für dich tun. Ich lebe in Berlin und es ist hier so einfach Leute kennenzulernen oder etwas zu unternehmen, aber es wird doch etwas geben dass dort bei dir auch möglich ist. Oder wie sieht es aus mit verreisen? Muss ja nicht weit und teuer sein, vllt zu verwandten in eine andere Stadt?

    Wenn du dann abends im Bett liegst und dann die Trauer wieder kommt reicht das vollkommen aus, den restlichen Tag solltest du deinen ganzen Kummer vergessen.

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  3. Bei solchen Situationen schreibe ich immer mit einem Freund der nicht in der Nähe wohnt. Ich öffne mich Ihm, da ich ihm vertraue, auch wenn ich ihn nicht gut kenne. Aber aus irgendeinem Grund vertraue ich ihm und kann über alles mit ihm schreiben. Das ganze klingt vielleicht etwas blöd, aber mir hilft es; es lenkt mich ab. Falls du auch so einen Freund hast, dann mach das gleiche.
    Ich wünsche dir das beste und hoffe alles wird gut!

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  4. Traurig, dass du die Person vermisst, die dich liebt.. Und nicht dass du den Menschen vermisst, den du liebst.
    Hier siehst du selbst, du vermisst nicht ihn. Du vermisst das geliebt werden?

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