Montag, 29. September 2014

Fertig

So mal vorne weg, das hier könnte jetzt chaotisch werden.

Gestern habe ich zwei Mal gekotzt. Das Frühstück und das Abendessen. Also nach jeder Mahlzeit die ich hatte. Heute Morgen hatte ich dann 54.8. Und jetzt heute Abend 55.7.
Ich komme absolut nicht mehr drauf klar. Ich bin so fertig. Den ganzen Tag denke ich darüber nach, wie ich mir mein Gewicht und eine Abnahme sichern kann, weil ich eigentlich schon weiß, dass ich es nicht schaffen werde. Ich denke einfach die ganze Zeit drüber nach, will es schaffen, tu es nicht. Ich esse nur noch aus Angst und habe Angst davor. Ich habe absolut keinen Bock mehr auf Kommentare von Mama. Also stopfe ich mir irgendwelche Kalorien rein, tu auf normal und setze dabei noch ein Lächeln auf. 
Ich hasse Essen ! Ich hasse es einfach ! Das macht mich so fett, das zerstört mich so. Ich kann es einfach nicht mehr sehen. Ich wollte einfach nur dieses eine Mal ein Ziel erreichen, was ich mir aufgestellt habe. Und wieder nicht. 19 Tage und über 3 Kilo. Als ob. Ich bin so ein Versager. Ich hasse mich. Und mit jedem einzigen Bissen tu ich es mehr. Jeder Biss ist ein Schritt in Richtung Selbstzerstörung. Jeder Biss zieht mich runter. Jeder einzelne, verdammte Biss bringt mich zum Scheitern. Und ich scheitere immer mehr. Ich wollte nie so fett sein. Ich habe immer vom Dünn sein geträumt. Dünn. Dieses Wort. Dünn. Aber ich bin fett. Fett. Fett. Fett. Und es wird sich einfach nicht ändern, weil ich ein Versager bin. Zu nichts fähig. Zu kaputt. So fertig. So am Ende. Und keiner kann es sehen. Warum sollte man auch? Das ist ja schließlich mein Kampf, mein Ding, ungestörtes Kaputtgehen, ungehinderter Tod. Innerlicher Tod. Ja, ich bin irgendwie tot. Ich funktioniere einfach nur noch. Lächeln, sagen, dass alles gut ist, wie gut es mir geht, wie toll mein Leben ist, dass ich zwar noch etwas orientierungslos bin, aber optimistisch, und alles sich fügen wird.
Ein Dreck wird passieren, ok? Wovon träume ich noch? Ich träume vom Kaputtgehen. Oh ja. Zu was anderem bin ich nicht mehr gut. 
Ich schreibe meine einsen, zeige sie nicht mal Zuhause, weil es eh normal ist, dass ich sie schreibe. Das wird gesagt. Für wen tu ich es dann eigentlich? Für wen tu ich mir das immer an gut zu sein? Für mich selbst? Für euch? Keine Ahnung. Ich wollte doch nur, dass man stolz auf mich sein kann. Ich will immer noch alle Erwartungen an mich erfüllen. Ich gehe dabei irgendwie zur Strecke, aber das interessiert nicht. Hauptsache ich mache es so, wie man es von mir denkt. Da ist es echt egal, wie ich es schaffe. Hauptsache es geht. So bleiben, wie es von mir erwartet wird. Wie mache ich das bloß, betäub mich einfach selber. Will diesen Schmerz nicht spüren. Meine Wünsche, die mir nicht erfüllt werden. Das Leben, das ich nicht fühlen kann. Die Liebe, die an mir vorbei läuft. All das passiert nur noch. Der Schmerz ist unermesslich. Zu tief in mir drin. Niemand kann ihn sehen. Er ist meiner und ich habe ihn vergraben. Ich kann ihn nicht gebrauchen in meiner perfekten Illusion. Manchmal klopft er an, meldet sich zurück, wirft mich aus der Bahn. Ich kann ihn nicht gebrauchen. Er interessiert doch eh nicht. Ich interessiere nicht. Einfach nur am laufen bleiben. Und würde es jetzt jemanden interessieren, dann wäre das einfach nur gestellt und so unehrlich. Seit Jahren ist es unwichtig. Und niemand kann mir erzählen, dass es nicht mal eine Minute auffällt, wenn ein Mensch auseinander bricht. Okay, sowas soll es schon mal gegeben haben, aber ich glaube nicht daran. Aber man. Ich will es auch gar nicht. Ich will nicht, dass man sieht, dass ich zerbrochen bin. Nein. Das gehört nicht zu mir. Was soll ich mit aufgesetztem Mitleid? Das kann doch kein Mensch ernsthaft gebrauchen.
Ich zumindest nicht. Ich mache aus dieser Sache einfach mein eigenes persönliches Ding. Mein eigenes Programm. Es nennt sich sowas wie, endgültige Gefühlsvernichtung, oder Vollendung des Nichts. 
Nichts, das ist was ich im Moment will. Nichts. Ich will nichts essen. Das ist mein Plan für morgen. Nichts. Hoffen, dass Mama morgen früh aus dem Haus ist. Das Essen wegtun, Nichts mitnehmen. Nichts Nachmittags, da bin ich nämlich eh erstmal bei einer Fahrstunde (Mein Nichts beweisen), und Abends Nichts essen. Nichts. Das ist auch das einzige, was ich mir verdienen kann. Nichts. Ich liebe die Leere, den Hunger, den Schmerz. Moment, den wollte ich doch eigentlich ganz tief verbannen, aber er lässt mich auch am Leben. Okay, ich will den Schmerz, ich will spüren, dass ich noch hier bin. Ich will den Beweis. Ich will das Blut sehen, dass mich bewahrt. Ich will es sehen. Ich will es jetzt sehen. 

2 Kommentare:

  1. Wow, Sky, genau so denke ich auch. Genau so.
    Jeder Bissen ist eine Qual, man kann nichts genießen und nimmt letztendlich doch nicht ab. Dabei arbeitet man jeden verdammten Tag darauf hin. Ist innerlich jedes Mal gestresst, sobald man den ersten Bissen des Tages zu sich genommen hat.
    Und will einfach nur, dass die Tage vorbei gehen und man endlich dünn ist.

    Ich mache das jetzt so: ich scheiße auf alles andere. Keine Energie bei der Arbeit? Egal. Bei Großeltern zum Kuchenessen eingeladen? Ich esse Obst. Das Abnehmen hat Priodität Und das Leben muss sich erstmal hinten anstellen. Traurig, aber wahr.


    <3

    AntwortenLöschen
  2. Deine Denkweise erinnert mich sehr an die Meinige.
    Kann da nicht einmal ansatzweise einen Tipp geben. Trotzdem wünsche ich dir dass es irgendwie besser wird. Wie gesagt ich bin da ähnlich, leichter gesagt als getan.
    Lg Iwik

    AntwortenLöschen