Donnerstag, 24. Januar 2013

Success is my only motherfuc*ing option, Failure's not

Ich war heute für ein paar Stunden richtig glücklich und zufrieden.
Es war mein letzter Praktikumstag, ich habe ein Aushilfsstellenangebot bekommen, alle waren richtig nett und ich hab zum Abschluss Geschenke bekommen =)! Das war so richtig lieb.
Ich hatte Erfolg im Praktikum, war wieder die Kleine, Süße.
Wurde so genommen wie ich bin, ohne dass mir jemand gesagt hat, was für Fehler ich mache. Ich hatte Erfolg. Und die schönsten Wochen seit langem.
Es war alles immer positiv.
Morgen ist wieder Schule, das Blatt wird sich wenden.
Der erste Tag wird bestimmt schön, weil man alle wieder sieht,
obwohl ich ganz gut ohne diese ganzen lebenden Lügen kann.
Aber danach wird es alles von Vorne losgehen.
Stress, Fehler, keine Optionen auf ein glückliches Leben.


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Und dann kam ich wieder nach Hause.
Es ist echt nicht so, dass irgendetwas schlimmes passiert wäre, aber sobald ich nach Hause komme, meine Familie um mich habe, fällt meine Stimmung.
Ich kann es hier nicht ertragen. Ich liebe die Momente, in denen ich weg von zu Hause, und raus aus der Stadt kann.
Ich will weg.


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Ich schwebe in alten Erinnerung.
Ich habe an ein paar Freunde aus der Grundschule gedacht.
Es ist so krass, wie die Zeit vergeht.
Sie haben sich alle so unglaublich verändert und trotzdem sind sie doch irgendwie noch so wie früher, als ich die schönste Zeit in meinem Leben bis jetzt hatte.


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Ich habe gerade in meinem Tagebuch von vor einem Jahr gelesen.
Das war auf der Skifahrt mit der Klasse.

"Zum Frühstück aß ich wieder 'ne kleine Tasse Müsli mit Quark. (...)
Irgendwann verlor ich die Kraft, und konnte kaum ein paar Meter fahren, ohne hinzufallen. Ich blieb irgendwann einfach nur liegen, versuchte es dann weiter. Es ging nicht. Ich wurde zurück geschickt, durfte nicht mehr mitfahren, musste Mittag essen, danach ging es wieder und machte Spaß."

"Heute überwund ich mich beim Frühstück mal ein Brötchen zu essen."

Und danach folgen leere Seiten.
Ich weiß, dass diese Woche nicht leicht war. Ich stand abends stundenlang draußen im Schnee ohne Jacke, weinte, weil ich das mit dem Essen nicht konnte, und weil ich Angst davor hatte zurück nach Hause zu fahren.

Einen Abend, nach einer Besprechung saß ich völlig in Gedanken im Raum, alle waren schon gegangen. Ein Lehrer kam, setzte sich gegenüber von mir und fragte: "Was ist los?"
Natürlich antwortete ich mit "Nichts."
"Wollen wir mal hoch in mein Zimmer und reden, das hilft."
Langsam zitterte ich, versuchte alle meine Gedanken zurückzuhalten.
Er redete weiter auf mich ein, bis es aus mir rausplatzte.
"Ich hasse mich so!"
Damit war die Sache gelaufen. Er zog mich hinter sich her, ich sollte so tun, als ob ich was am Fuß hätte.
Dann saß ich da auf seinem Bett und er redete und redete.
"Ich habe eine tolle Familie, einen wunderbaren Beruf. Mehr brauche ich nicht im Leben, um glücklich zu sein."
Schön für Sie, warum sagen sie mir das?
Das interessiert mich mal so gar nicht.!.
Er laberte dann weiter von Werten in seinem Leben.
Irgendwann meinte er dann:
" Ich möchte, dass du dir Gedanken machst, wie das mit Dir weiter gehen soll. Nach den Osterferien setzen wir uns nochmal zusammen."
Ist okay, wird gemacht Chef.
Natürlich machte ich mir Gedanken und war jeden Tag in der Schule mit jedem einzelnen Satz darauf vorbereitet, dass er kommen würde und mit mir reden wollte.
Er tat es nie. Es wurde nie wieder ein Wort darüber gesprochen. Nie wieder.

Einerseits freut mich das echt, aber was wäre gewesen, hätte er es getan?




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